Runen

Raido – Bewegung

Raido, Bewegung, sich oder etwas in Bewegung setzen, Reisen.  Es ist an der Zeit auf etwas zu zu gehen. Vielleicht ein neues Projekt beginnen oder mit einem weiterzumachen. Jedenfalls ist stillstehen, im jetzigen Zustand verharren, keine Option. Ich muss gestehen, dass diese Rune bei mir, zu diesem Zeitpunkt, leichte Beklemmungen auslöste, weil ich gerade sehr genieße, dass alles ruhiger wird und mehr nach Innen geht. Dass das Außen mal Pause hat. Doch als ich so darüber meditierte, kam ich drauf, es geht wohl nicht so sehr darum, dass ich meinen gebeutelten Körper vor die Tür schleppe, sondern, dass ich weiter mache. Gestern habe ich mein NaNoWriMo-Projekt gestartet. Eigentlich wollte ich ein Romanprojekt weiterverfolgen, habe mich dann aber kurzfristig dafür entschieden, etwas über das Hexe sein zu schreiben. Gestern Abend, bevor ich die Rune zog, las ich durch, was ich geschrieben hatte und bekam Angst vor meiner eigenen Courage. Ich dachte: Das wird weh tun, wenn du weitermachst, vielleicht solltest du es lassen. Schreib an der belletristischen Sache weiter und gut ist. Dann zog ich die Rune und nach dem ich es hin und her gewälzt hatte, beschloss ich ihrem Rat zu folgen und das Begonnene weiter zu schreiben. Nicht anzuhalten. Heute habe ich über 1900 Wörter geschrieben, sie flossen förmlich aus mir heraus und ich begann mich leichter und leichter zu fühlen. Also habe ich mal wieder einen guten Rat geraunt bekommen. Das Problem mit guten Ratschlägen ist, dass es nicht immer bequem ist, sie zu befolgen.

Jahresfeste

Samhain 2018

Samhain, Sommerende, das 3. Erntefest, der Tag, an dem die Schleier zwischen den Welten dünn sind. Das Fest der AhnInnen, Hexenneujahr.

Es gibt viele sehr gute Zusammenfassungen der verschiedenen Traditionen, die an diesem Tag gepflegt werden, sowohl die historischen, als auch die neueren. Bei ArteDea gibt es da einen schönen Text. Ich möchte hier aber darüber schreiben, was dieser Tag für mich persönlich bedeutet.

Seit über 40 Jahren bin ich in Sachen Hexen unterwegs und in dieser Zeit haben sich natürlich Traditionen gebildet. Einige haben die Zeiten nicht überdauert, andere schon. Zum Beispiel das Mahl für die AhnInnen. Zu Samhain wird immer immer ein Gedeck mehr aufgestellt und gefüllt, als Personen am Tisch sitzen, damit werden Toten geehrt. Wir zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben und dass wir uns erinnern, dass sie Anteil an dem haben, was und wer wir heute sind. Persönlich konnte ich auf diese Art meine alles andere als problemfreie Beziehung zu meiner Mutter klären, was zu ihren Lebzeiten nicht mehr möglich war.

Auch was auf dem Tisch kommt, spielt eine entscheidende Rolle. Da eine der Göttinnen, die ich eng mit Samhain verbinde, Cerridwen ist, deren heiliges Tier die Sau ist, wird es heute Schweinegeschnetzeltes mit Paprikastreifen geben. Cerridwen ist die Hüterin des Kessels, der Wiedergeburt. Womit wir zur nächsten Tradition kommen.

Nach dem Abendessen schreibe, mal, zeichne ich das, was ich loslassen will, und übergebe das Papier dem Feuer. Gebe alles was mir nicht mehr dienlich ist, in den Kessel der Cerridwen, in dem alles was stirbt zurückkehrt, aufgelöst und neu vermischt wird. Dem folgt meistens eine Meditation mit der Kristallkugel.

Bevor ich an diesem Tag schlafen gehe, gibt es noch einmal etwas Leckeres. Meistens ist es ein Obstsalat, manchmal auch ein Dessert, das ich einmal erfunden habe.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes, fröhliches Samhain und ein gutes, neues Jahr.

Göttinnen · Runen

Tagesrune: Kenaz – Die Fackel

… aber auch die Öffnung. Für mich zeigt diese Rune, die Öffnung des Geburtskanals. Es ist die Rune der Kreativität, der Spiellust und des Beginns. Eng verbunden ist sie mit Freia, mit der Liebe zum Entstehen lassen und dem sich Hingeben. Hat also auch viel mit Liebe und Vertrauen zu tun. Wenn sie mir an einem Tag wie heute kommt, an dem ich wieder viel „Du musst! Du solltest! Nun aber Endlich!“ denke, sagt sie klar. Hee, spiel mit mir, ich kann dir den zündenden Funken geben, den Antrieb den es braucht. Nichts muss, alles kann und alles wird.

Gedanken · Tarot

Don´t let the muggles get you down

Die Überschrift soll mein Motto für 2019 sein. Die letzten drei Jahre waren wirklich nicht schön und jedes Mal habe ich kurz vor Samhain gesagt: „Bald ist dieses Arschlochjahr zu Ende und dann wird es besser“. Wurde es aber nie, eigentlich wurde es schlimmer. 2018 hat mich arg gebeutelt. Ich bin sehr müde und habe ein großes Ruhebedürfnis.

Viele der für dieses Jahr geplanten Projekte sind zu kurz gekommen oder schlicht gar nichts geworden. Das kann ich akzeptieren, ist halt so. Leben ist das, was geschieht, während wir Pläne machen, hat mal wer gesagt. Recht so. Für 2019 habe ich mir nichts vorgenommen, außer dem Motto: Don´t let the muggles get you down“. Das muss reichen.

Sicher sind da Wünsche. Ich würde gerne meine Schreibprojekte zu Ende bringen, würde gerne wieder die Tarot- und Runenberatungen aufnehmen, ebenfalls die Tarot- und Runenspaziergänge. Aber ich spüre ganz stark, dass es noch nicht an der Zeit ist. Eines allerdings werde ich tun. Diesen Blog wieder regelmäßig schreiben.

Energiearbeit

Stadtenergien

Ich lebe mitten in der Stadt. Es ist keine wirkliche Großstadt. Eher so mittelgroß. Ländlich ist es nicht und es hat mehr Häuser, Asphalt und Pflaster, als in der sogenannten Natur, über die ich mir schon lange so meine Gedanken mache. Denn auch auf dem Lande ist ja mittlerweile alles vermessen, abgezäunt, bepflanzt (höchst selten in Permakultur, sondern eher industriell) und voller Pferde für den Sonntagsausritt. Kurz gesagt, es geht dort höchst „zivilisiert“ zu. Interessante Pflanzen, Insekten, Vogelarten finden sich dagegen oft dort, wo man es nicht vermutet, nämlich in der Stadt. Auf dem Foto ist nun nichts ungewöhnliches. Löwenzahn und Gras. Was ich da mag, ist die Art wie es wächst, wie es sich durch die kleinsten Spalten wuselt. Überlebenskünstler halt.

Die Stadtenergien sind anders. Sie sind lauter, es ist manchmal schwieriger die Untertöne wahrzunehmen, aber sie sind auch sehr interessant. Oft gehe ich nachts durch die Straßen und lausche und höre auf das was die kleinen Leute, ja, es gibt sie auch hier, zu erzählen habe. Ab und an setze ich mich hin und genieße das Konzert … nein, keines von einem Orchster, sondern das Konzert, das entsteht, wenn man die Augen schließt und einfach auf die Geräusche hört, ohne zu versuchen sie zuzuordnen. Wenn man die Zuordnungen weglässt, entsteht eine ganz eigene Musik.

Jahresfeste

Beltane 2018

Heidnisch-hexisch gesehen ist Sommeranfang. Das fühlt sich aber gar nicht so an. Es ist einfach zu kalt. Aber den Altar habe ich schon mal etwas sommerlicher gestaltet. Rot und Geld sind die Farben und einige Muscheln bestimmen das Bild. Er sieht nun ein wenig anders aus als sonst. Übersichtlicher. Sicher eine Auswirkung meines Inneren, denn mir ist nach Aufräumen und Klarheit.

Beltane ist das Fest der Sinne, der Zärtlichkeit und der Leidenschaft.

Göttinnen

Hekate – Die Göttin der Wegkreuzungen

Hekate sagt: Du triffst mich dort, wo sich die Wege kreuzen. Welchen wirst du wählen? Wirst du dich nach rechts oder links wenden oder wagst du den Sprung ins Leere?

Die Karte habe ich gestern Abend gezogen, nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, etwas zu beenden, mir aber noch nicht sicher war, was dessen Platz einnehmen soll. Also werde ich ins Leere springen, statt auf ausgetretenen Wegen wandern.

Die Karte auf dem Foto stammt aus dem Göttinnengeflüster von Hrana Janto und Amy Maranshinsky

Legemuster · Tarot

Dreierwurf und Tageskarte

Heute möchte ich einmal meine tägliche Legepraxis vorstellen. Meistens beginne ich mit einem Dreierblatt. Hierbei steht die 1. Karte für die Vergangenheit, die 2. für die Gegenwart und die 3. für den zukünftigen Einfluss. Ich gebe zu, dass mir mein heutiges Blatt doch sehr zu denken gegeben hat. Die 20. Der große Bär/klassisch: Wiedergeburt) in der Vergangenheit ist beruhigend, Heilung, Erneuerung, Zuversicht und Kräftezuwachs. Die zweite und die dritte Karte geben mir Rätsel auch, weil sie sich ähnlich, aber auch unähnlich sind. Die 2. Karte: Der Wanderer/klassisch: der Narr, rät Vertrauen zu haben in den nächsten Schritt, sich auf in den Wildwood zu machen um neue Erfahrungen zu sammeln, ohne von Wissen belastet zu sein. Sie weckt die jugendliche Unbekümmertheit, die Lust am Abenteuer und das Vertrauen in den Instinkt. Die 3. Karte: Der Vermummte/klassisch der Eremit, wiederum ermutigt auch zum Aufbruch, allerdings auch zu einem bewussten Rückzug. Während der Wanderer ermutigt neue Verbindungen einzugehen, rät der Vermummte zu Einsamkeit und zum Erforschen der inneren Welten. Ein interessantes Blatt.

Die Tageskarte ziehe ich in dem ich die Karten mit dem Deckblatt nach oben auffächere und mit der Hand drübergehe, dann ziehe ich die Karte heraus, die sich richtig anfühlt. Diesmal ist der 9. Der Vermummte, der ja schon im Dreierblatt aufgetaucht war. Also nach innen gehen. Verarbeiten, was man erfahren hat und sich selbst genügen.