Stadtenergien

Stadtenergien

Ich lebe mitten in der Stadt. Es ist keine wirkliche Großstadt. Eher so mittelgroß. Ländlich ist es nicht und es hat mehr Häuser, Asphalt und Pflaster, als in der sogenannten Natur, über die ich mir schon lange so meine Gedanken mache. Denn auch auf dem Lande ist ja mittlerweile alles vermessen, abgezäunt, bepflanzt (höchst selten in Permakultur, sondern eher industriell) und voller Pferde für den Sonntagsausritt. Kurz gesagt, es geht dort höchst „zivilisiert“ zu. Interessante Pflanzen, Insekten, Vogelarten finden sich dagegen oft dort, wo man es nicht vermutet, nämlich in der Stadt. Auf dem Foto ist nun nichts ungewöhnliches. Löwenzahn und Gras. Was ich da mag, ist die Art wie es wächst, wie es sich durch die kleinsten Spalten wuselt. Überlebenskünstler halt.

Die Stadtenergien sind anders. Sie sind lauter, es ist manchmal schwieriger die Untertöne wahrzunehmen, aber sie sind auch sehr interessant. Oft gehe ich nachts durch die Straßen und lausche und höre auf das was die kleinen Leute, ja, es gibt sie auch hier, zu erzählen habe. Ab und an setze ich mich hin und genieße das Konzert … nein, keines von einem Orchster, sondern das Konzert, das entsteht, wenn man die Augen schließt und einfach auf die Geräusche hört, ohne zu versuchen sie zuzuordnen. Wenn man die Zuordnungen weglässt, entsteht eine ganz eigene Musik.

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